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Warum manche Lasten gar nicht uns gehören

Maria trug ein Gewicht, das sie nie verstand. Bis wir über ihre Großmutter sprachen …

Willkommen bei den HerzensSache- News

 

Hej Du wundervoller Mensch,

ich muss dir von einer Frau erzählen, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Nennen wir sie Maria. Anfang vierzig, ein gutes Leben von außen betrachtet – Job, Familie, alles „in Ordnung". Und trotzdem dieser eine Satz, der immer wiederkam, wenn sie ehrlich war: „Ich habe einfach kein Recht, es leicht zu haben."

KeinSchicksalsschlag in ihrer Biografie, der das erklären würde. Keine Katastrophe. Und doch dieses Gewicht, das sie ihr ganzes Leben mit sich trug, als hätte sie es nie abgelegt bekommen.

Erst als wir über ihre Großmutter sprachen, kam etwas ans Licht. Die Großmutter hatte als junge Frau ihr erstes Kind verloren. Darüber wurde nie geredet. Kein Name, kein Grab, kein Platz in den Familiengeschichten. Einfach Schweigen. Und in diesem
Schweigen, so scheint es, ist etwas weitergewandert – über zwei Generationen hinweg, bis es bei Maria ankam, die nie verstanden hat, woher ihre Schwere eigentlich kommt.

Ich habe in den letzten Wochen viel über genau dieses Thema gelesen und mit Menschen gesprochen, die sich ihr ganzes Berufsleben damit beschäftigen. Und was mich am meisten berührt hat, ist dieser eine Gedanke:

> Nicht alles, was wir tragen, hat in unserem eigenen Leben angefangen. <

Manche unserer Ängste, unsere Schwere, unser „das steht mir nicht zu" sind nicht in uns entstanden. Wir haben sie übernommen. Aus Liebe, meistens. Weil ein Kind lieber die Last der Eltern mitträgt, als sie allein damit zu lassen.

Bert Hellinger, der diese Arbeit im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht hat, nannte das eine „Verstrickung" – wir verstricken uns unbewusst in ein Schicksal, das gar nicht unseres ist.

Und das Spannende: Es gibt inzwischen auch Forschung dazu. Wissenschaftlerinnen wie Rachel Yehuda haben bei Nachkommen von Menschen, die Schlimmes überlebt haben, biologische Spuren von Stress gefunden – Hinweise darauf, dass schwere
Erfahrungen tatsächlich Schatten auf die nächste Generation werfen können. Ich will hier ehrlich bleiben: Die Forschung ist noch jung, und vieles ist nicht abschließend bewiesen. Niemand sollte das als magische Erklärung für alles verkaufen. Aber dass da etwas weitergegeben wird, was über das Einzelne hinausgeht – das spüren so viele Menschen, und langsam beginnt die
Wissenschaft, es zu beschreiben.

Warum mir das so wichtig ist?

Weil esetwas verändert, wenn man versteht, dass eine Last nicht die eigene ist. Bei Maria war es kein großes Drama. Wir haben dieses verlorene Kind der Großmutter einfach wieder „gesehen“. Ihm einen Platz gegeben. Und Maria konnte innerlich sagen: „Diese Trauer gehört dir, Oma. Ich gebe sie dir mit Liebe zurück."
Sie hat danach nicht ihr Leben umgekrempelt. Aber sie hat geweint, und sie hat zum ersten Mal seit Langem freier geatmet.

Ahnenheilung ist für mich kein esoterisches Modewort. Es ist im Kern etwas sehr Schlichtes und sehr Menschliches: hinschauen, wo lange weggeschaut wurde. Anerkennen, was war. Den Menschen vor uns ihren Platz zurückgeben – auch denen, über die nie gesprochen wurde. Und uns selbst dabei vielleicht ein Stück Freiheit zurückholen, von der wir gar nicht wussten, dass sie uns fehlt.

Viele Kulturen auf der Welt haben das übrigens nie verlernt. Die Ahnen zu ehren, sie nicht zu vergessen, war über Jahrtausende selbstverständlich. Wir im Westen haben uns das eher abgewöhnt – und holen es jetzt mühsam wieder ein.

Wenn du diesen Text liest und irgendetwas in dir leise „ja" sagt – vielleicht ist da ein Satz, den du auch kennst. Ein „ich darf nicht", ein „mir steht das nicht zu", eine Schwere ohne klaren Grund. Du musst da nichts überstürzen.
Aber du darfst neugierig werden, woher das kommt. Manchmal beginnt Heilung genau da: bei der Frage, ob das, was wir tragen, wirklich uns gehört.

Sollte der Newsletter ein wenig deine Neugierde geweckt haben, gehe auf Forschungsreise.
Finde heraus, wann und wie deine Ahnen gelebt haben, welche Schicksalsschläge ihnen begegnet sind. Ein wichtiger Bereich sind auch die Kriege, die deine Vorfahren miterleben mussten, in welcher Form auch immer. Welche Verstrickungen kannst du
zwischen Dir und deinen Ahnen spüren.

Pass gut auf dich auf.

Von Herzen,

Nicola